Gottesdienst

Liebe Leser,


dieses Fenster ist wie ein Blick durchs Schlüsselloch in die Privat-sphäre Gottes. Maria, Josef, das Kind in der Krippe, auf engstem Raum zusammengestellt. Gesenkte, glückliche Blicke, Hände, denen ich ansehe, wie sie die Gefühle ausdrücken, da schau her, so etwas Besonderes. Überall können wir diese Blicke und Gesten bemerken, wenn glückliche Eltern ein geliebtes Kind endlich in Armen halten. Gott nimmt an unserem Leben teil, ja warum eigentlich nicht, hat er es doch so eingerichtet. Er steht voll dahinter, wenn sein Sohn zur Erde kommt und dass Gott dabei ist, das wird uns gesagt durch die Engel, die sin-gen und musizieren.
Dieses Fenster ist ein Blick in den Heilsplan Gottes. Ein Spalt öffnet sich im Vorhang der Geschichte und offenbart, dass Gott nicht einfach für sich bleibt, dass er mit uns zu tun haben will und dass er gestaltend in das menschliche Miteinander eingreift. Die Liebe ist nicht nur eine nette Verzierung unserer Freizeit, sondern die Grundlage, nur so geht es für diese Welt weiter. Ach, wenn das mehr Leute begreifen würden.
Dieses Fenster leuchtet besonders am Morgen, es streckt sich nach Osten. An jedem sonnigen Morgen strahlt es uns bunt entgegen. Wenn der Tag wolkenverhangen ist, sehen die Gesichter nachdenkli-cher und plastischer aus, so wie es uns auch nicht jeden Tag gleich geht. Wenn ich auf dieses Fenster sehe, merke ich wie verschoben oft unsere Weihnachtsgedanken sind. Der heilige Abend soll gelingen, vielleicht ist uns das Jesuskind an einem klaren Morgen viel näher. Ich lade mir eine Menge auf, damit die Meinigen zufrieden und glücklich sind und vergesse, dass von außen uns das entscheidende Licht trifft. Und ich verzweifle am Zustand unserer Welt, während ich Richtung Weihnachten gehe, so wenig Friede, so wenig gelöste Probleme und vergesse, dass Gott längst am Werk ist. Sein Plan ist wahrscheinlich kein sofort einleuchtender und er wird auch nicht gleich bemerkt.
So leuchtet dieses kleine Fenster im Chorraum der Kirche St. Maria in Bühl als rufe es uns die Worte Marias zu: Siehe ich bin der Herren Magd und den ewigen Gesang der Engel: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden…

Eine gesegnete Weihnachtszeit wünscht Ihnen

 

Ihr Pfarrer Reinhard Caesperlein

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